Jahrelang lief mein Homelab auf Proxmox VE. Seit einigen Monaten bin ich auf Incus umgestiegen – und im Alltag möchte ich nicht mehr zurück. Hier sind meine Gründe und ein paar Praxis-Eindrücke.
Was ist Incus überhaupt?
Incus ist der von der Linux Containers Community gepflegte Fork von LXD. Es verwaltet System-Container (LXC) und virtuelle Maschinen über ein einziges, konsistentes CLI- und API-Interface.
Warum der Wechsel?
Für mich waren vor allem folgend Punkte ausschlaggebend:
- Ein einheitliches Werkzeug für Container und VMs – dieselbe Befehlslogik,
- Leichtgewichtig: kein schwergewichtiges Web-UI als Pflicht, sondern eine
- Sauberes Profile- und Storage-Modell, das sich gut skripten und
nur --vm als Unterschied. schlanke CLI/API. Ein Web-UI gibt es optional trotzdem. versionieren lässt.
- Keine Nummern mehr. Die Instanzen haben Namen und lassen sich auch so ansprechen. Im Webinterface mag das noch verschmerzbar sein, da sind die Namen direkt bei den Nummern, auf der Kommandozeile sah das anders aus, da arbeitet man mit Nummern, nicht mit Namen.
- Schneller. Das mag jetzt unfair klingen, aber bevor ich eine LXC im Webinterface zusammengeklickt habe, sind mit incus launch ... etliche direkt lauffähige Instanzen entstanden.
- Bessere Integration: Incus läuft praktisch in jedem Linux und nimmt nicht den Host gefangen, man kann zwar auf dem Proxmoxhost auch arbeiten, das System gibt einem aber das Gefühl, das nicht zu wollen. Incus ist einfach installierbar wie alles andere, der Host ist dabei nur ein Werkzeug.
Das soll Proxmox nicht schlechtreden – es ist ein großartiges Produkt.
Für *meinen* Workflow passt Incus inzwischen einfach besser.
Erste Schritte
Installation (Debian/Ubuntu, via zabbly-Repo oder Distro-Paket) und Init:
incus admin init
Eine erste Instanz starten:
incus launch images:debian/12 test01
incus exec test01 -- bash
Was sich im Alltag geändert hat
| Aufgabe | Vorher (Proxmox) | Jetzt (Incus) |
|---|---|---|
| Instanz anlegen | Web-UI / pct/qm |
incus launch … |
| Container vs. VM | getrennte Werkzeuge | ein Befehl, --vm Flag |
| Automatisierung | API + Skripte | klare CLI + REST-API |
| Snapshots | pro Typ unterschiedlich | incus snapshot … überall |
Fazit
Wer ein CLI-/API-zentriertes, leichtgewichtiges Setup mag und Container wie VMs mit einem Werkzeug verwalten möchte, sollte sich Incus unbedingt ansehen. In den nächsten Beiträgen gehe ich tiefer auf Profile, Storage-Pools und Netzwerke ein.
