Incus kann mehr als nur lokale Container verwalten. Mit incus remote und incus config trust verbindet man zwei Incus-Server miteinander – für Migration, Backup oder einfach nur, weil man den zweiten Server fernsteuern will. Ohne VPN, ohne SSH-Tunnel, ohne Umwege.
Zwei Server, ein Befehl
Auf dem Zielserver einen Token generieren:
# Auf dem Zielserver (z.B. server2)
incus config trust add <name>
Das gibt einen Token aus, den man auf dem Quellserver eingibt:
# Auf dem Quellserver (z.B. server1)
incus remote add <zielname> https://<zielserver>:8443
# Token eingeben
Danach ist der Zielserver erreichbar:
incus list <zielname>:
Das Doppelpunkt am Ende ist wichtig – es trennt den Servernamen vom Instanznamen.
Shell-Zugriff auf Remote-Container
Am häufigsten nutze ich den Remote-Zugriff für schnellen Shell-Zugriff:
# Shell auf Remote-Container
incus shell server2:mein-container
# Befehl auf Remote-Container ausführen
incus exec server2:mein-container -- cat /etc/os-release
# Datei vom Remote-Container herunterladen
incus file pull server2:mein-container/var/log/syslog ./syslog
# Datei auf Remote-Container hochladen
incus file push local.txt server2:mein-container/tmp/
Ohne SSH, ohne zusätzlichen Port, ohne Key-Management. Der Incus-Server übernimmt die Authentifizierung, und man ist in Sekunden auf dem anderen Rechner.
Container migrieren
Mit der Remote-Verbindung kann man Container zwischen Servern verschieben:
# Container stoppen
incus stop mein-container
# Zu anderem Server kopieren
incus copy server2:mein-container mein-container --mode pull
# Auf dem Zielserver starten
incus start mein-container
Der --mode pull-Parameter zieht die Daten vom Zielserver. Es gibt auch push und relay, aber pull ist in den meisten Fällen die richtige Wahl.
Backup auf Remote-Server
Alternativ zur Migration kann man ein Backup auf den Remote-Server schreiben:
# Export als Tarball
incus export mein-container /backup/mein-container-backup.tar.gz
# Oder direkt auf den Remote-Server
incus exec server2: -- mkdir -p /backup
incus file push mein-container-backup.tar.gz server2:/backup/
Vertrauensverwaltung
Alle hinzugefügten Server und Tokens lassen sich verwalten:
# Remotes anzeigen
incus remote list
# Token entfernen (Zugriff entziehen)
incus config trust remove <fingerprint>
# Remote entfernen
incus remote remove <zielname>
Sicherheit
Die Verbindung läuft über HTTPS mit Client-Zertifikaten. Wer keinen Port 8443 ins Internet exponieren will, kann den Remote-Server nur im Lokalnetz erreichbar machen oder einen Reverse Proxy davorsetzen.
Wichtig: Der Token ist zeitlich begrenzt und muss innerhalb einer bestimmten Zeit verwendet werden. Danach ist er ungültig.
Fazit
Incus Remote ist der einfachste Weg, zwei Server zu verbinden. Kein VPN, kein SSH, kein Config-File. Zwei Befehle, und der zweite Server ist erreichbar. Für Migration, Backup oder einfach nur für die Flexibilität, Container zwischen Servern zu verschieben.
